„Werden sie mich mögen? Werden sie mir zuhören?“ Kennst du dieses Flattern im Bauch, bevor du in ein wichtiges Meeting gehst oder vor einer Gruppe von Menschen sprichst? Plötzlich wird der Atem flach, das Herz klopft bis zum Hals und die Stimme klingt viel höher, als uns lieb ist. Wir machen uns klein – oft ganz unbewusst.
Was Stimme und Haltung mit deiner Präsenz zu tun haben
In der aktuellen Podcast-Folge ist Eva Berner-Klemt zu Gast. Als ehemalige Schauspielerin weiß sie genau, was es bedeutet, vor Menschen zu stehen. Heute nutzt sie diese Erfahrung als körperorientierte Stimmpädagogin, um (nicht nur aber vor allem) Frauen dabei zu unterstützen, ihren ganz persönlichen Raum einzunehmen.
Wir alle wollen gesehen und anerkannt werden. Doch gerade uns Frauen haftet eine alte Prägung an: „Sei brav, sei bescheiden, dräng dich nicht vor.“ Das Ergebnis? Wir halten uns körperlich zurück, die Hände kleben fest an der Seite und unsere Kompetenz wird allein durch unsere Körpersprache „torpediert“.
Eva erklärt im Gespräch, warum es kein Egoismus ist, sich Raum zu nehmen, sondern ein Geschenk an unsere Mitmenschen. Denn: Wir lieben Menschen, die klingen! Wenn jemand seine Präsenz voll entfaltet, gibt das auch allen anderen im Raum die Erlaubnis, sich freier zu fühlen und sie selbst zu sein.
Es geht nicht darum, jemand anderes zu sein – besser, jünger oder eloquenter. Es geht darum, genau so, wie du jetzt bist, deine Flügel auszubreiten.
Kleine Tipps mit großer Wirkung
Eva hat uns im Podcast ein paar wunderbare Tipps verraten:
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Boden unter den Füßen: Wie du dich durch reine Körperempfindung sicher fühlst, während alle Augen auf dich gerichtet sind.
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Die Hände freigeben: Warum die „Gürtel-Nabel-Höhe“ der magische Ort für deine Hände ist, damit deine Inhalte nonverbal sichtbar werden.
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Der Atem-Strom: Wie du den Atem nutzt, um Kontakt, Dialog und Freude fließen zu lassen.
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Die „Mitte“ halten: Wie du deinen Standpunkt klar vertrittst, ohne zu „keifen“ oder dich klein zu machen.
„Ich muss nicht gefallen – ich habe etwas zu geben“
Ein Satz aus dem Podcast, der uns besonders im Gedächtnis geblieben ist: „Ich muss nie gefallen. Ich habe Wertvolles zu geben.“ Sobald wir uns fragen, ob wir gerade gut ankommen, sind wir mit unserer Aufmerksamkeit im Außen und verlieren die Verbindung zu uns selbst. Eva plädiert dafür, sich von der Bewertung anderer unabhängig zu machen. Denn jeder im Publikum hat ohnehin seinen eigenen „Film“ im Kopf – vom Zahnweh bis zum kranken Kind zu Hause. Wenn wir uns stattdessen mit unseren Inhalten verbinden, werden unsere Worte zu Geschenken für die anderen.
"Eine Frage der Präsenz"
Alles, was Eva in 16 Jahren in ihrem Wiener Sprechatelier an Erfahrungen gesammelt hat, hat sie in ihrem Buch „Eine Frage der Präsenz“ zusammengefasst. Hier geht's zum Buch.
Wir laden dich ein: Beobachte dich in den nächsten Tagen einmal selbst. In welchen Momenten bist du im „Ja-Modus“? Wann ziehst du die Schultern hoch? Spiel mit deiner Stimme, nimm dir Raum und erlaube dir, genau so zu sein, wie du bist.

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